Tradition

Donnerstag, 26. September 2013 18:17 | Autor:dr

Tradition ist die Summe des Unsinns, den sich bisher niemand abzuschaffen traute.

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Reputation [,reputa'tsio:n]

Samstag, 1. Dezember 2012 23:17 | Autor:dr

Anglizismophile führen gerne als Argument an, Englisch sei eben so viel kürzer als Deutsch. Und führen daher als neues Lehnwort die Reputation ein. dr aber ruft: Deutsch ist besser als seine Reputation!

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Konstruierte Sprachen

Samstag, 13. Oktober 2012 18:01 | Autor:dr

Gott schuf die Welt, Väter zeugen Kinder und Sprachväter konstruieren neue Sprachen.

Am Anfang sprachen alle Menschen dieselbe Sprache. Als die Menschen in Babel einen Turm bauen wollten, so hoch, dass er Gott zu nahe gekommen wäre, befand dieser, dass er dem anmassenden Tun der Menschen ein Ende setzen müsse. Gott fuhr hernieder und verwirrte die Sprache der Menschen, auf dass keiner den anderen mehr verstehe. Seit dieser Sprachverwirrung massten sich immer wieder Menschen an, neue Türme und Sprachen zu konstruieren. Die Sprachväter blieben mehrheitlich unbestraft.

Die bekanntesten Kunstsprachen sind Esperanto und Klingonisch. Zwei Sprachen, so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Die eine sollte möglichst einfach zu erlernen sein und der Welt Verständigung und Frieden bringen; die zweite ist kaum aussprechbar, stammt aus Star-Trek und wollte nie mehr sein als Sciencefiction.

Esperanto – die hoffnungsvolle
Dr. Ludwik Lejzer Zamenhof, ein polnischer Augenarzt und Philologe, veröffentlichte 1887 eine erste Fassung der später als „Esperanto” bezeichneten Universalsprache. Als Kind mit Jiddisch sprechender Mutter, russischem Vater in vorwiegend polnischsprachigem Umfeld war er früh mit Fragen der interkulturellen Kommunikation und Konflikten konfrontiert. Wohl deshalb träumte er von einer universellen, einfachen zu lernenden Sprache mit dem Ziel, der zerstrittenen Menschheit ein „ neutrales” Verständigungsmittel zu schenken.

Das Wort Esperanto geht auf das Pseudonym zurück, unter dem Zamenhof das Sprachwerk erstmals publizierte: Dr. Esperanto, der „hoffende” Doktor. Die Idee, mit einer Kunstsprache den Weltfrieden fördern zu wollen – wie auch die erfundene Sprache an sich – wurde nicht nur gelobt, sondern auch müde belächelt und teilweise sogar heftig kritisiert. Dr. Zamenhoffs Hoffnungen dürften nur beschränkt erfüllt worden sein. Zwar hält sich bis heute eine lebendige weltweite Esperanto-Gemeinde, die die Sprache aktiv pflegt und fördert. Vom Weltfieden sind wir trotzdem noch ein ganzes Stück entfernt.

Mehr: www.esperanto.org

Klingonisch – die rauHe
Klingonisch entstand 1979 für das ausserirdische Volk der Klingonen aus der Kultserie Star Trek.

Nachdem in den ersten Serien einige Wörter und Wendungen regelmässig wiederkehrten, gab man für die dritte Serie („Auf der Suche nach Mr. Spock“) Marc Okrand den Auftrag, die Sprache weiterzuentwickeln. Klingonisch sollte möglichst fremd klingen, enthält zungenbrecherische Lautkombinationen und eine ungewöhnliche Satzstellung.

Der Erfolg der Filmserie brachte es so weit, dass Star-Trek-Fans begannen, die Sprache selbst zu lernen und anzuwenden. Grund genug für die Filmgesellschaft Paramount, einen offiziellen Sprachführer und ein Wörterbuch fürs Klingonische herauszugeben.

Das Klingonische besitzt einen eigenen Internet-Sprachcode, es kann auch auf Klingonisch gegooglet werden. Das Klingonische Sprachinstitut KLI fördert die Trekkie-Sprache im Internet.
Mehr: Klingon Language Institute

Volapük – die vergessene
Um 1880, noch vor der Publikation des ersten Esperanto-Büchleins, hatte der der deutsche Pfarrer Johann Martin Schleyer eine internationale Sprache namens Volapük entwickelt. Ihr Wortschatz basiert auf einer Mischung aus Englsch, Deutsch und Latein.

Die „Weltsprache“ (Vola = Welt; Pük = Sprache) erfreute sich anfangs einer beachtlichen Fan-Gemeinde (wie man es heute wohl nennen würde). Die Weiterentwicklung und Etablierung wollte allerdings nicht so recht klappen. Dazu trug auch bei, dass Schleyer in der Volapük-Akademie die Sprache als Alleinherrscher hütete. Ende der 1880er Jahre liefen viele Anhänger zu Esperanto über, was den Niedergang von Schleyers Sprachkreation einläutete.

Heute kämpft Volapük bestenfalls noch in der veraltenden Redewendung „Das ist ja das reinste Volapük“ ums Überleben. Modernere Zeitgenossen würden jedoch wohl eher so etwas sagen wie: „Das kommt mir Spanisch vor.“

Volapük lernen: Volapük-Lehrbuch

Weitere Sprachbauten
Neben Esperanto, Klingonisch und Volapük haben sich im Laufe der Zeit eine Fülle weiterer Kunstsprachen angesammelt.

Plansprachen, die in der Regel die zwischenmenschliche Verständigung erleichtern sollen, umfassen neben Esperanto und Volapük zum Beispiel auch Ido, Interlingua (IALA), Occidental (Interlingue). Mit dem gleichen Ziel wurden etwa auch vereinfachte Varianten bestehender Sprachen kreiert, wie Basic English oder Latino sine flexione.

Fiktionale Sprachen: Als Teil von fiktiven Welten, besonders in Fantasy oder Sciencefiction, wurden neben Klingonisch Dutzende weitere (mehr oder weniger ausgefeilte) Kunstsprachen kreiert.

Ferner findet man im Internet Sprachkreationen, die sich irgendwelche Einzelpersonen aus den undurchschaubarsten Gründen erdacht haben. Suchmaschine aufrufen, Stichwort “ficional languages” oder verwandte Begriffe eingeben!

Als weitere Kategorien könnte man Spiel- oder Geheimsprachen, aber auch Programmiersprachen oder Gebärdensprachen anfügen. Doch dies wäre wohl besser in einem anderen Artikel aufgehoben.

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Konferenztisch (in Kölsch-Imitat)

Samstag, 11. Februar 2012 18:04 | Autor:dr

Isch sitz an einem konferenztisch
an dem is es wischtisch
was man besprischt is
so rischtisch wischtisch
konferenztischwischtisch

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Rückwärts gehen oder rückwärtsgehen?

Dienstag, 29. November 2011 21:19 | Autor:dr

Getrennt oder zusammen? Das Hin und Her von Reform und Rückbesinnung hinterlässt Verwirrung.  Vor der Reform der Reform 2006 ging knapp ein Jahrzehnt alles mit -wärts konsequent getrennt.  Heute heisst es (wieder):

Rückwärtsgehen, rückwärtslaufen, rückwärtsfallen, rückwärtsfahren und… rückwärts einparken!

Warum bloss? Rückwärts trägt in den ersten vier Fällen die Hauptbetonung. Das ist ein Indiz dafür, dass es sich um einen Verbzusatz handelt, und den schreibt man mit dem Verb zusammen. Bei rückwärts einparken liegt die Betonung nicht mehr auf rück: hier ist rückwärts Adverb und bleibt vom Verb getrennt.

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Schildbürger-Schnappschuss: Notausgang mit Ausführungen

Samstag, 12. November 2011 19:45 | Autor:dr

Notausgang mit Ausführungen
Notausgang mit Ausführungen

Jetzt wissen wir alles über Sinn und Zweck eines Notausgangs.
(Danke für die Ausführungen.)

Und welch schöne, bildliche Beschreibung des Wortes “abschliessen”. 

Na, hoffentlich ist die Tür bei Gefahr nicht mit Schlüssel geschlossen.

 

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Aufgefallener Werbetext: ein Laster

Dienstag, 10. Mai 2011 23:06 | Autor:dr

Werbung für Lust am Laster

Werbung für Lust am Laster

dr klickt auf “Gefällt”.

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