Beiträge vom Januar, 2011

Wer rastet, röstet

Sonntag, 30. Januar 2011 23:05

Wer rastet, rostet
Wenn man in der Nässe sitzt
Wer rastet, röstet
Wenn man in der Sonne schwitzt

Thema: Verseschmied | Kommentare deaktiviert | Autor: dr

Wer rastet, rostet

Sonntag, 30. Januar 2011 23:03

Wer rastet rostet
Wer hastet hustet
Besonders wenn der Wind
Den Regen an den Grind
Dir pustet

Thema: Verseschmied | Kommentare deaktiviert | Autor: dr

Sogenannt oder so genannt?

Sonntag, 23. Januar 2011 21:25

Ganz einfach: beides ist richtig.

Die Abkürzug bleibt aber einzig und allein: sog.

dr empfieht: sogenannt, weil die Betonung auf so die Zusammenschreibung nahelegt, wie auch die Tatsache, dass der Begriff in der Regel ohne Wortpause ausgesprochen wird.

Thema: Rechtschreibung | Kommentare deaktiviert | Autor: dr

Schildbürger-Schnappschuss: Gelände nicht überholen

Donnerstag, 20. Januar 2011 20:32

Gelände nicht überholen?

Herausforderung:
in einer dritten Sprache eine missratene Übersetzung frei nachempfunden wiedergeben.

Das wäre hier dann so was wie:

Gelände nicht überholen.

Thema: Sprachketzer | Kommentare deaktiviert | Autor: dr

Zu Fuss gehende Zonen und gelb gestreifte Zebras

Dienstag, 18. Januar 2011 23:20

Dass die umständliche Textverlängerung durch vermeintlich geschlechtergerechte Wendungen den Lesegenuss empfindlich stört, haben mittlerweile die meisten erkannt. Umso mehr werden abstruse Umschreibungen bemüht, die zum Ziel haben, die Sprache zu „entsexualisieren” – geschlechtsneutral ist das Schlagwort. Dieser Neutralität in besonderem Ausmass verpflichtet sehen sich offenbar die Verwaltungen (rot-grüne zumal).

Das Tiefbauamt der Stadt Zürich zum Beispiel versucht hartnäckig, „zu Fuss Gehende” für Fussgänger durchzusetzen. Von der Zu-Fuss-Gehenden-Zone ist noch nicht die Rede. Die Berner Stadtverwaltung hingegen hat der Ungerechtigkeit des Fussgängerstreifens den Kampf angesagt. Laut Medienberichten schreibt sie in einem internen Sprachleitfaden ihren Mitarbeitenden vor, nur noch das Wort „Zebrastreifen” zu benutzen.

Finde ich doch schön, dass jetzt auch die Schweiz ihre Zebrastreifen hat. Besonders faszinierend: das Zebra trägt hierzulande keine weissen, sondern gelbe Streifen. Weltweit (fast) einmalig! – Wie wäre es übrigens mit Wespenstreifen?

Nein, da halte ich es lieber mit dem grossen Wolf: „Für eine konsequente Umsetzung der feministischen Ansprüche geben sich Wortschatz und Grammatik einfach nicht her.” (Wolf Schneider: „Deutsch! Das Handbuch für attraktive Texte”). 

Als Auftragsschreiber darf man die Erwartungen der Kunden natürlich nicht brüskieren; und in bestimmten Fällen erwartet die Leserin von heute eine sogenannt geschlechtergerechte Wendung. Wenn auch letztlich nur aus Gewohnheit – weil sie es schon Millionen Mal so gelesen hat und diese stetige Verwendung beider Formen ihr fälschlicherweise suggeriert, sie sei in der männlichen nicht „mitgemeint”.

Um der Gerechtigkeit der Geschlechter nicht zu entkommen, halte ich mich an diese drei Grundsätze:

1) Bei direkter Anrede, etwa in Reden oder Rundschreiben, die weibliche und die männliche Form verwenden. Dabei kann man auch abwechselnd einmal die männliche und einmal die weibliche an erster Stelle erwähnen.

2) Wenn man fiktive Personen erfindet, etwa in einem Anwendungsbeispiel, ist es keine schlechte Gewohnheit, auf eine ausgewogene Zahl weiblicher und männlicher Protagonisten zu achten.

3) Auf ausdrücklichen Kundinnen- oder Kundenwunsch, oder wenn ein Auftraggeber oder eine Auftraggeberin diesbezüglich klare Regeln vorgibt, bemühe ich mich selbstverständlich um die gewünschte formalsprachliche Gleichbehandlung.

Mehr bedarf es nicht. In praktisch allen anderen Fällen verwende ich ausschliesslich die männliche Form. Berufsbedingt übersensibilisierte Schreibende und Lesende mögen es beanstanden. Die grosse Mehrheit, ob Frau oder Mann, kümmert dies mittlerweile kaum. Und, scheint mir: je jünger das Publikum, desto weniger. Gesuchte „neutralisierte” Umschreibungen oder die permanente Verdoppelung fallen weit negativer ins Auge. Eine übereifrige Unterwerfung an den Anspruch geschlechterpolitisch korrekter Sprache ist kontraproduktiv und wirkt oft ziemlich lächerlich.

Thema: Sprachketzer | Kommentare deaktiviert | Autor: dr

Rechtschreibung

Montag, 17. Januar 2011 21:04

Es ist eine weit verbreitete (oder weitverbreitete*) Illusion, dass Berufsschreiber die richtige Schreibweise in jedem Fall auswendig wissen oder wissen müssten. Vielleicht hatte man vor der Reform und der Reform der Reform die Chance, in der Ortografie (und -graphie**) zu 99% sattelfest zu sein. Tempi passati! So habe ich begonnen, häufige Fragen zur Rechtschreibung in mein(en) Blog*** einzutragen. 

Allein in diesem kurzen Text sind – ganz unbeabsichtigt, ehrlich! - vier potentielle (potenzielle****) Zweifelsfälle aufgetreten. Die Antworten sind symptomatisch für die heutige deutsche Rechtschreibung:

* weit verbreitet oder weitverbreitet?
Beides ist erlaubt. Wieso? Fügungen aus weit und adjektivisch gebrauchtem Partizip können als Wortgruppe oder als Zusammensetzung aufgefasst werden. Daher hat mal die Wahl.

** -grafie oder -graphie? Darüber mögen andere Gemüter sich erhitzen. Richtig ist beides. Mir ist das f lieber, doch meine Emotionen fliegen tief.

*** Der Blog oder das? Als Schweizer ist ein Blog für mich männlich. Deutsche und Österreicher, die sich eher an das Blog gewöhnt haben, mögen entschuldigen. (Zugegeben, dies ist eigentlich keine Frage der Rechtschreibung, ich behandle hier aber auch Grammatik und Stil.)

**** potentiell oder potenziell? Beides ist erlaubt.

„Aber was ist besser?“, fragen nun viele verunsicherte Deutschsprachige, ob so viel Freiheit überfordert.  Tut mir leid, liebe Ordnungsliebende, aber mit dieser Freiheit müsst ihr leben lernen! Wenn es hilft: Tendenziell scheint es so, dass das t im Laufe der Jahrzehnte langsam vom z verdrängt wird. So wie wir auch ohne Reform von der Photographie zum Foto übergegangen sind.

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Zu diesem Blog

Dienstag, 11. Januar 2011 18:06

Ich produziere täglich Text. Viel Text. Beruflich und privat. Guten und mässigen, nützlichen und sinnlosen, Perlen und Schrott. Letzteren liefere ich zwar nicht ab, zustande kommt er trotzdem. Und irgendwo muss unser Wohlstandsmüll ja hin.

Ich möchte hier aber nicht bloss Schrott deponieren. So hoffe ich, dass einige meiner Beiträge  zum Nutzen oder Amüsement des gelegentlichen Internet-Irrläufers beitragen mögen.

Die deutsche Sprache ist mein Hauptthema. Tipps für besseres Schreiben, Klärung von Rechtschreibefragen, Artikel über Sitten und Unsitten im Sprachgebrauch und solcherlei wird man hier finden.

Daneben wird sich bestimmt auch einiges an Sprachspielereien, Versversuchen und anderem Sprachschrott ansammeln. Vielleicht entdeckt jemand ja eines Tages darunter noch die eine oder andere Perle.

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